30 Jahre UPS in Deutschland
30 Jahre genau ist der United Parcel Service nun in Deutschland und damit in Europa vertreten. Die Bilanz, die man heute ziehen kann oder muß, ist mehr als ernüchternd.
1976 startete UPS in Deutschland mit rund 200 Mitarbeitern, heute sind es über 14000. Das klingt imposant und in der Tat, Werbespots und metergroße Leinwände sollen dem Kunden vermitteln, hier steckt amerikanischer Unternehmergeist, Hi-Tech und wahre Professionalität dahinter.
Doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus: Mitarbeiter stehen unter ständigem Druck wie nirgendwo in der Branche sonst. Der Personaldurchsatz ist gigantisch, die Anzahl der Kündigungsschutzprozesse übertrifft alles bisher Dagewesene. Betriebsräte und Gewerkschaften werden immer noch bekämpft wie am ersten Tag, mit Mitteln die nicht nur juristisch zweifelhaft sondern moralisch allerunterste Schublade sind. Von wenigen Vorzeige-Niederlassungen abgesehen wird bei UPS gewerkelt wie in der billigsten Speditionsklitsche. Zugige und undichte Hallen, primitivste Bandanlagen, mangelhaftes Equipment und last not least unfähiges Management, welches sich bestenfalls von Scientology inspirieren läßt. Soziale Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitern wird ersetzt durch Imagekampagnen im Rahmen des Corporate Citizenship.
Über Umsätze, Gewinne und Steuerzahlungen sind in Deutschland keine Informationen erhältlich. Der Gesamtkonzern indess erfreut sich gigantischer Gewinne und sieht sich als Weltmarktführer. Doch was in den USA vielleicht noch im Rahmen der Cowboy- und Improvisier - Mentalität funktioniert, ist hier nur noch eine jämmerliche Verherrlichung des Dilettantismus.

