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Kranksein

by Erich Bot posted on 14.04.2006 11:09 last modified 24.08.2008 09:23 —

Nach der Wahl will man sich in Ditzingen verstärkt der kranken Mitarbeiter annehmen... Was kommt auf uns zu?

Hohe Fehlzeiten unter den Gewerblichen sind eines der wichtigsten Themen im Stuttgarter Management. Nach der BR-Wahl will man durchgreifen. Krankenrückkehrgespräche sollen forciert durchgeführt und damit die Mitarbeiter entsprechend bedrängt und eingeschüchtert werden. Was tun als Betroffener, um hier nicht dem Management eine Angriffsfläche zu bieten.

Alle Pflichten als Arbeitnehmer korrekt erfüllen

  • d.h. frühzeitige Abmeldung von der Arbeit mit dem Hinweis auf die vorraussichtliche Dauer der Krankheit.
  • Krankmeldung spätestens bis zum 3. Tag bei UPS abgeben. Wenn man auf der Abschußliste steht, sollte man hier zu Not auch zum Einschreiben greifen.

Ihr müßt keine Auskunft geben über die Art der Erkrankung, eure persönliche oder familiäre Situation. Der Arbeitgeber hat die Krankmeldung zu akzeptieren, weitere Angaben brauchen weder von dem Kranken noch dürfen von seinem Arzt gemacht werden.

Nach der Rückkehr von der Krankheit wird man gerne zum Krankenrückkehrgespräch eingeladen. Hier soll Druck ausgeübt werden und dem Kranken ein schlechtes Gewissen eingeredet werden. Im günstigsten Fall nimmt man hier einen Betriebsrat seines Vertrauens mit. Aber allgemein gilt:

  • auch hier keine Aussage über die Krankheit oder Diagnose des Arztes machen. Ebenso keinesfalls eine Aussage zur Gesundheits-Prognose machen, denn vorraussichtlich sich wiederholende Erkrankungen können Grund sein für eine krankheitsbedingte Kündigung.
  • Keine Angaben über das Privatleben oder gar dessen Einfluß auf die Gesundheit machen. Arbeitsplatzbezogene Aussagen können aber gemacht werden (Bsp: Zugluft, zu schwere Pakete, Dieselabgase). Fragen zu privaten Verhältnissen hingegen (Kinder, Partner, Sport..usw) sind unzulässig und die Beantwortung kann einen Kopf und Kragen kosten.
  • Sich nicht in die Ecke stellen lassen, von wegen die Kollegen müßten dann mehr arbeiten. Mehrarbeit ist eine Folge von zu wenig Personal, nicht von Krankheit.
  • fertigt der Vorgesetzte ein Protokoll des Gesprächs an, dann lasst euch eine Kopie davon geben, aber keinesfalls irgendetwas unterschreiben.

Lasst euch nicht Betrug vorwerfen oder gegeneinander aufhetzen und ausspielen. Wer krank ist muß kein schlechtes Gewissen haben. Auch hier ist Solidarität gefragt, jeden kann Krankheit treffen und jeder hat Anspruch darauf diese auszukurieren.

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