Einleitung
AOL Time Warner hat seine CD- und DVD-Sparte für über eine Milliarde Dollar im Juli 2003 an Cinram International aus Kanada verkauft. Der neue Eigentümer will die Umsätze und Gewinner erhöhen.
Am 29.1.2004 wurde im Handelregister Aachen folgende Neueintragung veröffentlicht:
Cinram Holdings GmbH, Alsdorf, Max-Planck-Str. 1-9
Gegenstand: Der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an Gesellschaften des Cinram Konzerns sowie das Erbringen von Dienstleistungen gegenüber Gesellschaften des Cinram Konzerns
Stammkapital: 26.000,-- Euro
Geschäftsführer: Christopher Charles Veys, Buckinghamshire/United Kingdom
Sitzverlegung von Düsseldorf nach Alsdorf
20. Januar 2004, HRB 12278
Zum Jahresbeginn 2004 gab es 100 Entlassungen, später wurden die Löhne um 7,5 Prozent gesenkt. Nun sollen 350 der 1300 Beschäftigten entlassen und ab Januar 2005 die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich eingeführt werden. Zusätzliche Kürzungsmaßnahmen sind geplant, so soll das Weihnachtgeld und Gewinbeteiligung auf 70% sofort reduziert werden und danach in 10%-Schritten bis 50% sinken.
Gegen diese Pläne regte sich Widerstand und es wurden Unterschriften für die Durchführung einer zusätzlichen Betriebsversammlungen gesammelt. Ein Ersatzbetriebsrat hat diesen Personalabbau bzw. Verjüngung mit gleichzeitiger Kostenreduzierung öffentlich angeprangert. Er wurde mit Zustimmung des Betriebsrates wegen politischer Betätigung als Abschreckung entlassen. Doch dieser hat das Arbeitgericht wegen dieser ungerechtfertigten Entlassung angerufen.
Nachdem der Sozialplan über eine Schlichtungsstelle auf das gesetzliche Minimum von 0,5 Monatsgehälter pro Jahr Firmenzugehörigkeit angepasst wurde, sieht der Betriebsrat seine Aufgabe zur Unterstützung der Gekündigten als erfüllt an. Von den zuletzt 135 betriebsbedingten Gekündigten haben 88 Kündigungsschutzklage erhoben. Sie sind der festen Überzeugung, dass ihre Arbeitsplätze nicht entfallen sind, sondern durch Leiharbeitskräfte besetzt werden sollen. Zusätzliche Mehrarbeit und Lohnreduzierung bei steigender Produktion und zusätzlichen Aufträgen? 200 Verträge von befristeten Arbeitnehmern sind im Dezember 2004 nicht verlängert worden, um auch bei diesen Arbeitnehmern eine Kostenreduzierung durchsetzen zu können.
Der hohe Kaufpreis muss sich schnell rentieren, auch wenn die Belegschaft dafür zur Ader gelassen wird. Jeder ist von den Maßnahmen betroffen. Wir kämpfen für den Erhalt unserer Arbeitsplätze.

