Es ist bald Herbst, ein Streik der Lokführer steht an, und unser Sektierer will uns wieder mal belehren...
Audio Vortrag zum GDL Streik
Eingeschickt von Anonymous User at 2007-10-01 23:25:00
Was ist geschehen? Eigentlich nichts Besonderes: Eine kleine Gewerkschaft, die Gewerkschaft der Lokführer (GDL), Vertretung des Fahrpersonals bei der Bahn, stellt Forderungen nach mehr Lohn und besseren Arbeitsbedingungen und macht Anstalten, die auch durchzusetzen. Damit ruft sie alle ehrenwerten Instanzen der Nation auf den Plan.
Was dürfen Gewerkschaften fordern, wie ihre Forderungen vertreten und wie weit mit ihren Streikdrohungen gehen? Wo endet die Erlaubnis zum Arbeitskampf? Und wie soll überhaupt eine ordentliche Arbeitervertretung organisiert sein? Sind Einheitsgewerkschaften nach Art der DGB-Gewerkschaften das Rechte oder können und sollen konkurrierende Berufsgewerkschaften eine nützliche Rolle spielen? Grundsatzfragen dieses Kalibers bewegen diesen Sommer die deutsche Öffentlichkeit.
Mit Berufung auf höchste Rechtsgüter und gültige Sitten in der deutschen Arbeitswelt verbreiten sich Journalisten, Juristen und Politiker öffentlich darüber, wie eine Interessenvertretung der Lohnabhängigen generell auszusehen hat, die in die wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Landschaft passt.
Die maßgebliche Welt sieht sich aufgerufen, die Maßstäbe zu diskutieren, an denen sich hierzulande die Anliegen der arbeitenden Menschheit zu orientieren haben, und damit in Erinnerung zu bringen, dass die Vertretung von Arbeiterinteressen grundsätzlich eine Sache der Genehmigung ist, über die vom Standpunkt des großen Ganzen und keinesfalls vom parteilichen Standpunkt der Betroffenen aus entschieden wird.
Der Lohnkampf der GDL gerät zu einem Lehrstück: über die Anspruchshaltung, mit der hierzulande dem Ansinnen von Arbeitnehmern, ihre Einkommenslage und die Leistungsanforderungen zu ihren Gunsten zu korrigieren, begegnet wird; über die Mittel, mit denen dies Ansinnen bekämpft wird; also darüber, wie unverträglich diese Anliegen der Beschäftigten mit den hierzulande gültigen Interessen sind.
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Wir haben seit einiger Zeit nichts mehr von unserem Freund gehört. Gestern Nacht (25. Juli 2006) wurde Netzwerk IT koordiniert und massiv von einem Rechnerverbund angegriffen. Am nächsten Tag taucht unser Freund wieder auf. Wahrscheinlich ist das ein Zufall aber es besteht immer noch die Möglichkeit, daß es anders ist. Folgend sind die Beiträge einer neuen Ära dokumentiert
Fangen wir mit der Jugend an:
Die Verschiebung dieser Beiträge kommt bei unserem Freund nicht gut an. Er ist sauer: Wir sind [nicht offen genug]?.
Bei so wenig Offenheit und Zensur, könnte man denken, daß es für ihn Zeit wäre, weiterzuziehen. Nicht unser Freund. Er muß seine Kritik fortsetzen - koste, was es wolle.
Heute, 26. Juli 2006, hat Siemens das Mitarbeiter Netzwerk NCI gesperrt, dazu eine Pressemeldung.
Das war offensichtlich ein willkommener Anlaß, sich über unsere Behandlung von ihm zu beschweren. Nicht daß das ihm reicht. Wer [sein Beitrag im NCI-Forum]? liest, merkt recht schnell, daß er die Gelegenheit auch dafür nutzt, den Kampf der NCI-KollegInnen? gegen Entlassungen in Frage zu stellen! Und das nachdem Siemens den Zugang zur NCI-Website gesperrt hat.
Ansonsten hat er gestern und heute auch noch ein paar andere Beiträge geschrieben, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Das Muster ist das übliche:
- Verantwortung fuers Geschaeft
- [Kapitalismuskritik]?
Das Gleiche gilt, wenn es um das geht, was er [Zensur]? nennt.
Unser Freund greift wieder die Frage von Ethik auf. Allerdings möchte er diesmal das Themal als Aufhänger, um uns Nähe zur CSU vorzuwerfen. Interessant auch dabei ist es, daß er unterschwelling den Angriff gegen uns in Zweifel ziehen möchte. Wie dem auch sei, was möchte er mit dem Beitrag erreichen:
- Netzwerk IT schlecht machen?
- Netzwerk IT vom "falschen Weg" abbringen?
- oder einfach mal stören?
Als hätten wir es vorher nicht gewußt: Wir sind die CSU!
Kapitalismus leidet an Versagern! --valter, Wed, 22 Nov 2006 10:26:41 +0100 reply
Kommentar von Anonymer Benutzer am 21.11.2006 17:45
Der Kapitalismus ist für dich überhaupt kein Skandal. Dafür suchst du mit deinem Ideal im Kopf nach Fehlverhalten von Leuten: der Kapitalismus wäre erst richtig schön für die abhängig Beschäftigten, wenn die Manager (und Politiker) nur aus Saubermännern bestehen würden.
Welch erbärmliche (System)Kritik.
PS: Eine ähnliche Tour fahren die Neonazis: sie kritisieren auch moralisch! Bei denen versagen auch die Politiker, Manager.....Darüber solltest du mal nachdenken.
Kommentar von Anonymer Benutzer am 17.04.2007 17:34
"Nieder mit dem Lohnsystem!"
"Guter Lohn für gute Arbeit"
Das Ideal eines gerechten Lohn für ein gerechtes Tagewerk will einfach nicht aussterben. Ihm liegt der Fehler zugrunde, zu glauben, da würden zwei Parteien gleichberechtigt antreten und was vereinbaren, was beiden Seiten einen gleich großen Nutzen stiftet. Dagegen liegt jedoch einfach ein Benutzungsverhältnis vor, bei dem die Aneignung der geleisteten Arbeit mehr bringt als der Lohn, der dafür hergegeben wird.
"Gleichzeitig, und ganz unabhängig von der allgemeinen Fron, die das Lohnsystem einschließt, sollte die Arbeiterklasse die endgültige Wirksamkeit dieser tagtäglichen Kämpfe nicht überschätzen. Sie sollte nicht vergessen, daß sie gegen Wirkungen kämpft, nicht aber gegen die Ursachen dieser Wirkungen; daß sie zwar die Abwärtsbewegung verlangsamt, nicht aber ihre Richtung ändert; daß sie Palliativmittel anwendet, die das Übel nicht kurieren. Sie sollte daher nicht ausschließlich in diesem unvermeidlichen Kleinkrieg aufgehen, der aus den nie enden wollenden Gewalttaten des Kapitals oder aus den Marktschwankungen unaufhörlich hervorgeht. Sie sollte begreifen, daß das gegenwärtige System bei all dem Elend, das es über sie verhängt, zugleich schwanger geht mit den materiellen Bedingungen und den gesellschaftlichen Formen, die für eine ökonomische Umgestaltung der Gesellschaft notwendig sind. Statt des konservativen Mottos: "Ein gerechter Tagelohn für ein gerechtes Tagewerk!", sollte sie auf ihr Banner die revolutionäre Losung schreiben: "Nieder mit dem Lohnsystem!"" http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_101.htm#K13
"und seit langem als Osteuropäer unterbezahlt sind"
Aha, wieder einer der genau weiß, welche Lohnhöhe die richtige ist.
"Schade, daß der Konzern nicht von sich aus darauf kommt, die Entlohnung etwas mehr anzugleichen."
Da stellt sich einer dumm: als wenns den Konzernen um die Versorgung der Leute mit gutem Lohn ginge. Denen gehts doch um die Vermehrung des investierten Kapitals. Gezahlte Löhne sind doch da grundsätzlich schädlich - also bestimmt keine Einladung zur üppigen Ausstattung. Also gezahlte Löhne müssen sich lohnen. Die Benutzung wird beendet, wenn das nicht mehr zutrifft bzw. sonstwo billiger zu haben ist!
Aus den Sachverhalten ist keinesfalls abzuleiten: "Guter Lohn für gute Arbeit"
Sondern der Schluß von Marx: "Nieder mit dem Lohnsystem!"
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Kommentar von Anonymer Benutzer am 18.04.2007 16:05
und nieder mit unsachgemäßen Belehrungen!
Also wieder mal Däunchen drehen, bis eine bessere Welt vom Himmel fällt? Den Hartz, Ackermann und Co. würde das sehr gefallen. Da sich hier häufig die Trolle auf Herrn Marx beziehen (was er sicher nicht verdient hat) lassen wir ihn doch selber antworten:
"...besagt das etwa, daß die Arbeiterklasse auf ihren Widerstand gegen die Gewalttaten des Kapitals verzichten und ihre Versuche aufgeben soll, die gelegentlichen Chancen zur vorübergehenden Besserung ihrer Lage auf die bestmögliche Weise auszunutzen? Täte sie das, sie würde degradiert werden zu einer unterschiedslosen Masse ruinierter armer Teufel, denen keine Erlösung mehr hilft. Ich glaube nachgewiesen zu haben, daß ihre Kämpfe um den Lohnstandard von dem ganzen Lohnsystem unzertrennliche Begleiterscheinungen sind, daß in 99 Fällen von 100 ihre Anstrengungen, den Arbeitslohn zu heben, bloß Anstrengungen zur Behauptung des gegebnen Werts der Arbeit sind und daß die Notwendigkeit, mit dem Kapitalisten um ihren Preis zu markten, der Bedingung inhärent ist, sich selbst als Ware feilbieten zu müssen. Würden sie in ihren tagtäglichen Zusammenstößen mit dem Kapital feige nachgeben, sie würden sich selbst unweigerlich der Fähigkeit berauben, irgendeine umfassendere Bewegung ins Werk zu setzen."
Karl Marx in: Lohn, Preis und Profit
Grüße von der Galeere
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