INNSE Mailand - der lange Kampf gegen die Schliessung
Über 12 Monate haben die Arbeiterer von INNSE in Mailand gegen die Schließung des Werkes gekämpft - mit einer Betriebsbesetzung, der Weiterführung der Produktion in eigener Regie und nach einer ersten Räumung durch die Polizei mit einer Besetzung der Werkstore, um den Abtransport der Maschinen zu verhindern. Am 2.8.2009 hat ein Großaufgebot der Carabineri mit einem Bürgerkriegsmanöver die BesetzerInnen vorm Tor angegriffen.
Der INNSE Widerstand
In Mailand wehren sich die INNSE Arbeiter/Innen bereits 9 Monate gegen die Werksschließung, um ihre Arbeitsplätze zu erhalten und Spekulationen mit dem Firmengrundstück zu verhindern
Solidarität für INNSE Mailand-Lambrate
Die Arbeiterinnen und Arbeiter des INNSE Werkes, das sie gegen Spekulation verteidigen und daher besetzt halten, um es am Leben zu halten, brauchen Unterstützung gegen die Polizei
Fabrikbesetzungen INNSE und Officine
Bericht über die teilweise großen Unterschiede bei Fabrikbesetzungen von Innse (Mailand) und Officine (Schweiz)
INNSE wird von Carabineri geräumt
Trotz Waffenstillstand mit der Regionalregierung der Lombardei belagert ein Heer von mindestens 500 Bullen, Polizei und Carabinieri die Zone der Via Rubbattino.
INNSE: Der Arbeiterwiderstand geht weiter
Mailand, 4. August 2009. Dritter Tag der Militarisierung der Industriezone von Rubattino. Ein Heer von 500 Carabinieri und Polizisten hält die INNSE umzingelt, um dem Unternehmer Genta zu erlauben, die Maschinen zu demontieren und eine historische Fabrik auszuräumen, die er vor drei Jahren zum Preis einer Eigentumswohnung, für 700'000 Euro gekauft hat, und zwar mit der Auflage, die Produktion in Schwung zu bringen. Eine Verpflichtung, die er nie eingehalten und stattdessen am 31. Mai 2008 alle 50 ArbeiterInnen der INNSE entlassen hat. Diese jedoch haben sich aufgelehnt und die Produktion in Selbstverwaltung weitergeführt, bis am 17. September 2008 die Polizei sie von der Arbeit weg aus der Fabrik geholt und diese versiegelt hat. Seit jenem Tag halten die ArbeiterInnen der INNSE die Werkstore besetzt und verhindern so die Demontage ihrer Fabrik.
Solidaritätskundgebung mit den ArbeiterInnen der INNSE
Am Sonntag, dem 2. August, wurde unter dem Schutz von 500 Polizisten und Carabinieri damit begonnen, das Besetzercamp der INNSE-ArbeiterInnen in Mailand zu räumen und die Maschinen aus der Fabrikhalle abzutransportieren. Um den Kampf der INNSE-ArbeiterInnen zu unterstützen, treffen wir uns diesen Mittwoch, 5. August um 12 Uhr zu einer Solikundgebung beim italienischen Konsulat in Basel (Schaffhauser Rheinweg 5, Kleinbasel Nähe Wettsteinbrücke).
DRINGENDER AUFRUF DER INNSE
Die ArbeiterInnen der INNSE trotzen der Belagerung durch die Polizei. Seit vier Tagen und drei Nächten halten fünf von ihnen einen Industriekran in der von starken Polizeikräften umzingelten Werkshalle besetzt.
Hände weg von der INNSE!
Solidaritätskundgebung mit den ArbeiterInnen der INNSE Mailand. Die Colonie Libere Italiane von Genf organisieren morgen Samstag, 8. August 2009 eine Kundgebung vor dem italienischen Konsulat in Lausanne, Rue du Petit-Chêne 29 (Nähe Bahnhof SBB)
INNSE: Die vier Arbeiter auf dem Kran
Der folgende Text befasst sich mit der Bedeutung des Kampfes der ArbeiterInnen bei INNSE.
INNSE: Der Triumph der Arbeiter
Es ist zweifellos ein ergreifender Moment, als am Mittwoch, 12. August 2009 eine halbe Stunde nach Mitternacht die Menschen auf der Strasse jubeln und einander zuprosten. Die Arbeiter der INNSE tragen ihren Wortführer auf den Schultern, einer der vier, die acht Tage lang auf dem Kran waren. Alle rufen aus vollem Halse: « Giù le mani dalla INNSE! » - Hände weg von der INNSE! Das Heer an Polizeikräften ist in Auflösung begriffen, die Via Rubattino hat sich in ein Volksfest verwandelt. Kurzum, die klassische Szene, wenn die Macht zusammenbricht und die Solidarität aller die Übermacht einiger weniger besiegt hat. Fast zu schön, um wahr zu sein, wenn es nicht die vielen Fotos und Videos gäbe.
"Der Klassenkampf geht von der INNSE aus"
"Der Klassenkampf geht von der INNSE aus" – das Spruchband mit dieser Aufschrift im Fussballstadion von Livorno fasst in wenigen Worten zusammen, was sich seit einigen Wochen in Italien abspielt. Vorläufig zeigt sich die Arbeiterrebellion nicht in einem Kampf Klasse gegen Klasse, mit gewaltigen Strassendemonstrationen und unbefristetem Generalstreik. Aber es gibt etwas, das den Mächtigen einen viel grösseren Schrecken einjagt als irgendein, von den Gewerkschaftszentralen ausgerufener, mehrstündiger oder sogar eintägiger Generalstreik. Was die Regierung zur Weissglut treibt und die Parteien von rechts bis links in einen Erklärungsnotstand bringt, das ist die Selbständigkeit der Arbeiterkämpfe.
Spruchband im Fussballstadion
"Der Klassenkampf geht von der INNSE aus" - Spruchband im Fussballstadion von Livorno
Dokumente über den Kampf bei UTI/Continental
Verschiedene Dokumente, Fotos und Presseberichte in französischer Sprache über den Kampf bei UTI/CONTINENTAL
INNSE Mailand - Experiment Selbstverwaltung
Auszug aus der Broschüre Betriebsbesetzungen als wirksame Waffe im gewerkschaftlichen Kampf mit Bildern des INNSE Kampfes
INNSE: Alle Arbeiter wieder angestellt, am 12. Oktober wird die Produktion wieder aufgenommen
Gestern, 30. September 2009, um Mitternacht. In der Präfektur von Mailand wird der dritte Vertrag unterzeichnet. Es ist der letzte Teil, der gefehlt hat, um das Abkommen umzusetzen, das am 12. August geschlossen wurde, bevor die vier Arbeiter vom Kran heruntergestiegen sind. Alle ArbeiterInnen der INNSE werden wieder angestellt, und zwar zu den gleichen Vetragsbedingungen wie vor der Entlassung am 31. Mai 2008, einschliesslich der Produktionsprämie. Ausserdem wird jeder Arbeiter mit der ersten Lohnzahlung eine Antrittsprämie von brutto 2'500 Euro erhalten.
Die Arbeiter der MANULI im Besetzerlager der INNSE
Vorgestern Freitag, 16. Oktober hat sich eine Delegation der INNSE ArbeiterInnen den Arbeitern der MANULI angeschlossen, die von Ascoli Piceno (Region Marken) nach Mailand gekommen sind, um dort vor dem Hauptsitz der MANULI zu demonstrieren. MANULI will den Betrieb schliessen und alle 370 Beschäftigten entlassen.
Die Arbeiter der Videocon Anagni im Kampf gegen Entlassungen
«Wir wissen nicht mehr was tun und wie wir unseren Kindern zu essen geben können. Sie haben uns wirklich zur Verzweiflung gebracht. Versprechen von allen Seiten, die nie eingehalten worden sind.» Dies die Aussage eines Arbeiters, der nach fünf Jahren Kurzarbeit entlassen worden ist, zusammen mit den andern rund 1300 Beschäftigten im Werk Anagni, in der Nähe von Frosinone, das Plasmabildschirme herstellt und dem indischen Multi Videocon gehört. Nachdem die Verhandlungen zwischen der lokalen Firmenleitung und den Gewerkschaften am Sitz der Regionalregierung von Latium gescheitert sind, haben die Arbeiter sich entschlossen, die Autobahn zwischen Anagni und Frosinone zu besetzen, was Kolonnen von bis zu 40 km Länge zur Folge hatte.
Die Versammlung der INNSE
Die von den „INNSE Arbeitern auf dem Kran“ angekündigte öffentliche Versammlung hat unter aktiver Beteiligung von ArbeiterInnen und UnterstützerInnen stattgefunden. Einige kamen von ausserhalb Mailands, darunter eine Delegation aus der Schweiz.

