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Informationen zu Stellenabbau

erstellt von WelgerArbeiterNehmer zuletzt verändert: 30.07.2006 07:13

Informationen zu Stellenabbau (soweit er der Belegschaft bekannt ist)

Dazu folgende Information auf der Internetseite der IGM Braunschweig

Titel: **160 Arbeitsplätze bei Welger in Wolfenbüttel in Gefahr**
Unternehmen plant Personalabbau und Ausweitung der Arbeitszeit - IG Metall-Versammlung am 30. Juni im Schützenhaus Wolfenbüttel

Der Betriebsrat und die IG Metall wurden Sonntagmorgen von der Geschäftsführung der Welger-Maschinenfabrik über folgenden Sachverhalt und folgende Planung informiert:

Die Umsätze sind sehr stark zurückgegangen und als weitere Perspektive ist mit weiteren Umsatzrückgängen zu rechnen.

Um dieses zu kompensieren, teilte die Geschäftsführung mit, ca. 160 (von ca. 370) Mitarbeitern entlassen zu wollen.

Darüber hinaus soll für die verbleibenden Mitarbeiter die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden heraufgesetzt werden (von derzeit 32 Stunden gemäß Beschäftigungssicherungsvertrag).

Weiterhin kündigte die Geschäftsführung an, aus dem Arbeitgeberverband (VMN) auszutreten und individuell mit jedem einzelnen Mitarbeiter einen neuen Arbeitsvertrag abschließen zu wollen.

Dem Betriebsrat und der IG Metall wurde ein Ultimatum bis 29. Juni 2004, 11:00 Uhr, gesetzt und eine Zustimmung zu den Maßnahmen verlangt.

Gestern, am 28. Juni 2004, fand eine Betriebsversammlung statt, in der die Beschäftigten über die Pläne informiert wurden. Laut der Geschäftsführung verweigert die Bank, die NORD LB, die Finanzierung der Deckungslücke (Umsatzrückgang/laufende Kosten).

Thomas Steinmann, Betriebsratsvorsitzender Welger: "Der Betriebsrat machte auf der Betriebsversammlung sein Unverständnis darüber deutlich, dass diese gravierende Entwicklung nicht früher mit der Interessenvertretung der Beschäftigten beraten wurde. Das Ultimatum bis zum nächsten Tag, den Maßnahmen zuzustimmen, ist ein Faustschlag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Die IG Metall verdeutlichte, dass die beabsichtigten Maßnahmen kurzsichtig seien und kaum geeignet, eine Entspannung und fundamentale Neuausrichtung des Unternehmens zu gewährleisten.

"Hier macht man Beschäftigte für Fehlverhalten des Managements und der Verweigerung der Banken zu Sündenböcken und entzieht ihnen ihre Existenzgrundlage", so Alfred Oehl von der IG Metall Braunschweig. Welche Maßnahmen kurzfristig zu ergreifen sind, ist momentan Gegenstand der Beratung im Betriebsrat.

Die IG Metall und der Betriebsrat fordern von dem Management die Aufnahme von Verhandlungen über die Erhaltung möglichst viele Arbeitsplätze sowie Alternativen zur Arbeitszeitausweitung ohne Lohnausgleich.

"In diesem unstetigen Markt könnte ein flexibles Arbeitszeitkonto mehr Entlastung bringen, als der Rausschmiss von Know-how-Trägern, die man für ein erfolgreiches Geschäft braucht", so Eva Stassek, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig.

Die IG Metall ruft ihre Mitglieder bei Welger am 30. Juni 2004 zu einer Mitgliederversammlung um 15:00 Uhr im Schützenhaus Wolfenbüttel zusammen, um das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Nähere Informationen zum Unternehmen

Zum "Beschäftigungssicherungsvertrag":http://www.igm-bs.de/home/aktuelles/news/2003/20031202_lely.html 02.12.2003 IG Metall und Lely schließen Tarifvertrag über 32-Stundenwoche

Anmerkung:
Einem aktiven MAN - Kollegen, IGM - Mitglied und Betriebsrat wurde der Zutritt zu der o.g. Mitgliederversammlung verwehrt. Wir werden aber von dieser Veranstaltung in geeigneter Form berichten.

IGM BS Info zum "Beschäftigungssicherungsvertrag":http://www.igm-bs.de/home/aktuelles/news/2003/20031202_lely.html zum direkten Durchlesen:

IG Metall und Lely schließen Tarifvertrag über 32 Stundenwoche Aufgrund der wirtschaftlichen Situation bei der Wolfenbütteler Lely Maschinenfabrik, haben am letzen Freitag Betriebsrat und IG Metall ein Konzept zur Restrukturierung des Unternehmens erarbeitet und durch einen Tarifvertrag abgesichert.

Seit Jahren hat die Firma Lely (ehemals Welger) wirtschaftliche Probleme, die zu einem erheblichen Teil marktbedingt sind, aber auch aus der Vergangenheit herrühren. Die Investition in innovative Entwicklungen wurde jahrelang bei Welger vernachlässigt.

Obwohl Betriebsrat und Management Konzepte zur Verbesserung der Betriebsabläufe und zur Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte entwickelten, spitze sich die Situation Ende November dramatisch zu:

zum 30.11.2003 hatte der Gesellschafter Lely den Austritt aus dem Unternehmen angekündigt.

Die Geschäftsführung entwickelte zusammen mit der Hausbank ein MBO Konzept. "Die IG Metall steht solchen Konzepten grundsätzlich skeptisch gegenüber", so Udo Klitzke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Braunschweig. In diesem konkreten Fall stimme sie jedoch dem Vorschlag zu, da sie den vorgelegten Entwicklungsplan mit umfassendem Sanierungskonzept positiv beurteile.

Dieses Sanierungskonzept sichert nach Angaben der IG Metall mindestens 330 Arbeitsplätze bei Lely und beinhaltet zum 1. Januar nächsten Jahres eine 32 Stundenwoche ohne Lohnausgleich.

Entgegen der ursprünglichen Forderung des Unternehmens, nach der die Beschäftigten auf einen erheblichen Teil ihres monatlichen Einkommens für 5 Jahre verzichten sollten, sehen sich IG Metall und Betriebsrat mit dem ausgehandelten Ergebnis auf dem tarifpolitisch besseren Weg.

Das Beispiel Lely zeige, wie Gewerkschaft, Arbeitgeberverband und Betriebsparteien gemeinsam in der Lage sind, betriebsspezifische Lösungen für schwierige wirtschaftliche Situationen zu finden, betont Klitzke. Einer gesetzlichen Regelung bedürfe es für derartige Lösungen nicht.

Anmerkung: Bitte auch den Pressespiegel beachten - Meldungen vom 04.12.2003

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