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Welcome to go

by Alcatel-Lucent posted on 02.07.2007 18:04 last modified 02.07.2007 18:04 —

Das "Befristetes Personalprogramm" stand im Mittelpunkt der Betriebsversammlung bei Alcatel-Lucent am 27. Juni in Nürnberg.

Einen Willkommensgruß der besonderen Art hat sich das Alcatel-Lucent Management anläßlich der am 21.Juni endlich rechtskräftigen Verschmelzung beider Firmen in Deutschland ausgedacht. Ein "Befristetes Personalprogramm" soll möglichst viele zum freiwilligen Ausscheiden aus der Firma motivieren.

Die Kernpunkt des Programmes sind schnell aufgezählt:

  • Lebensalter geteilt durch 50 als Abfindungsfaktor, was deutlich weniger ist, sowohl im Vergleich zum letzten Freiwilligenprogramm der Alcatel SEL als auch zum letzten Sozialplan bei Lucent.
  • 12 Monate Freistellung, die auch individuelle Kündigugnsfrist, Urlaubsansprüche, Überstunden abgilt.
  • Möglichkeit an einer outplacement Maßnahme teilzunehmen, deren Kosten die Firma trägt
  • Ein Topf zur Weiterbildung wird von der Firma bereitgestellt, es gibt aber keinen individuellen Anspruch auf Leistungen daraus.

Die im Juristendeutsch formulierte Mitteilung führt zu vielen Verständnisfragen auf der Betriebsversammlung. Die wurden von dem zuständigen Personaler Herrn R. auffallend lustlos beantwortet. So richtig überzeugt scheint der Personaler jedensfalls von der "Personalmaßnahme" nicht zu sein.

Auch viele Kollegen fragen sich, ob damit genug Freiwillige zu finden sein werden. Offensichtlich zielt das Programm nur auf einige spezielle Zielgruppen, wie ein Kollege ausführt:

  • Jüngere, die bereits einen neuen Job in der Tasche haben
  • Ältere, die damit einen gleitenden Übergang in die Rente schaffen (was angesichts der gerade hier deutlich schlechteren Regelungen nur die wenigsten sein dürften! Nicht umsonst wies ein anderer Kollege in Form einer Frage auf die Möglichkeit der Altersteilzeit hin.)
  • "Besserverdienende" Manager ab 7000€ Monatseinkommen, die von der Einbeziehung des variablen Gehaltsanteils und der fehlenden Decklung des Bruttomontasverdienstes bei der Abfindungsformel profitieren.

Ansonsten weis HR nur unerfreuliches zu berichten: die Maßnahme steht so, es gibt keinen Spielraum für individuelles Nachverhandeln; es gibt kein Nachdenken über Alternativen (z.B. Teilzeit als Kostenersparnis); wenn nicht genügend Freiwillige zusammenkommen, wird es einen Sozialplan geben; die Synergieziele stehen in Stein gemeißelt und werden trotz guter Zahlen für Deutschland nicht geändert usw.

Ein Kollege fragt den Betriebsrat, was aus der Idee einer Grundsicherung geworden ist, woraufhin der BR-Vorsitzende Z. bestätigt, dass diese Variante im Betriebsrat derzeit rechtlich geprüft wird.

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