Sie sind hier: Startseite Projekte Die Galeere Betriebsratswahlkampf mit Neonazimaterial: UPS-Betriebsratsvorsitzender von ver.di ausgeschlossen

Betriebsratswahlkampf mit Neonazimaterial: UPS-Betriebsratsvorsitzender von ver.di ausgeschlossen

erstellt von oops zuletzt verändert: 24.08.2008 10:05
Der BR-Vorsitzende der Nürnberger United Parcel Service-Niederlassung, Tobias Dede, wurde Anfang September aus der Gewerkschaft ver.di ausgeschlossen. Grund für den Ausschluss Dedes, der in Betieb und Gewerkschaft vielen aufgrund seiner Äußerungen und seines Vorgehens als managementnah und gewerkschaftsfeindlich gilt, war eine Entgleisung während des letzten Betriebsratswahlkampfs bei UPS. Im Frühjahr 2006 hatte sich Dede die Inhalte von Neonazi-Websites, auf denen u.a. gewerkschaftlich engagierte UPS-Kollegen in ein schlechtes Licht gerückt werden sollen, zu eigen gemacht und sogar die Lektüre der entsprechenden "Anti-Antifa"-Artikel der Belegschaft empfohlen. Damit wollte er die Wahlchancen der von den Nazis Attackierten schmälern, die auf der ver.di-Liste gegen Tobias Dedes Liste antraten.

Hier die leicht gekürzte ver.di Pressemitteilung vom 07.09.2006:

Gewerkschaft ver.di schließt Nürnberger Mitglied aus

Die Gewerkschaft ver.di hat ein Mitglied aus Nürnberg ausgeschlossen, weil der Mann andere ver.di Mitglieder im Betrieb öffentlich diffamierte. Pikanter Weise ist das jetzt ausgeschlossene ehemalige ver.di - Mitglied Betriebsratsvorsitzender der Nürnberger UPS Niederlassung. Er hatte unmittelbar vor den Betriebratswahlen Schriftstücke im Betrieb verteilt. Darin hatte er unter Verweis auf rechtsextremistische Internetseiten gegen ihn konkurrierende Gewerkschaftsmitglieder wegen ihrer politischen Freizeitaktivitäten angeprangert. Das Landgericht Nürnberg-Fürth untersagte daraufhin dem UPS- Mann über eine einstweilige Verfügung im Mai Diffamierungen unter Bezugnahme auf Neonazi- Internetseiten.

Der Fall hatte seinerzeit bundesweites Medienecho entfacht. ver.di Gewerkschaftssekretär Harry Roggow ist über den Ausschluss erleichtert: "Wer sich Nazi-Argumente zueigen macht und andere Menschen damit diffamiert, hat in unserer Gewerkschaft nichts verloren." Allerdings erwartet Roggow, dass UPS gegen seinen Mitarbeiter, der im übrigen mit Führungsaufgaben betraut ist, Sanktionen ergreift oder zumindest sich von ihm distanziert.

e Mail: harry.roggow@verdi.de fon: 0911 / 23 55 7 - 207 mobil: 0170 / 45 21 87 8 fax: 0911 / 23 55 7 - 810 Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bezirk Mittelfranken FB10 Logistik/Postdienste Am Kornmarkt 5 - 7 90402 Nürnberg internet www.verdi-bayern10.de www.darum-verdi.de

Weitere Informationen finden Sie unter www.netzwerkit.de/galeere

(6) Kommentare

Anonymer Benutzer 14.09.2006 00:40

Wie jetzt, Kollegen? Bei allem, was ich hier über ihn gelesen habe, steht für mich fest, dass er einer der UPS Unionbuster ist. Was hatte der bei Verdi zu suchen? Es ist ja schön, dass Verdi es nicht hinnimmt, wenn jemand andere Menschen mit Nazi-Argumenten diffamiert, aber warum nimmt es Verdi hin, wenn ein Mitglied die Gewerkschaft und alle Mitglieder bekämpft und diffamiert?

Ich bitte aufrichtig um Beantwortung meiner Fragen und grüße euch alle.

Anonymer Benutzer 14.09.2006 13:15

Eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft hat bekanntlich das Recht, einen nicht stimmberechtigten Beisitzer in einen Wahlvorstand zu entsenden, wenn sie dort nicht schon durch ein Mitglied vertreten ist.

Um das zu vermeiden, lassen Firmen, die auf gewerkschaftsfreie Wahlvorstände setzen (wozu die gut sein können, sieht man z.B. bei UPS Frankfurt deutlich) einfach ihre Unionbuster in die Gewerkschaft eintreten. Das sollte Deine erste Frage beantworten.

Mit der zweiten Frage wendest Du Dich vielleicht an die Kolleginnen und Kollegen vom ver.di-Bundesvorstand. Im übrigen bin ich froh, dass diese Figur endlich bei ver.di rausgeflogen ist. Fehlt jetzt noch UPS.

Anonymer Benutzer 14.09.2006 14:37

Verdi muß sich da schon fragen lassen, warum man Dede nicht schon viel früher rausgeschmissen haben. Es war ja schon länger klar, daß er nur die bestehende Gesetzeslücke ausgenutzt hat, um verdi-Vertreter vom Wahlvorstand ausschließen zu können. Die Kollegen in Nürnberg hatten das schon länger gefordert.

Anonymer Benutzer 20.09.2006 19:36

Hallo Kollege!

Du schreibst: "Verdi muß sich da schon fragen lassen, warum man Dede nicht schon viel früher rausgeschmissen haben. Es war ja schon länger klar, daß er nur die bestehende Gesetzeslücke ausgenutzt hat, um verdi-Vertreter vom Wahlvorstand ausschließen zu können. Die Kollegen in Nürnberg hatten das schon länger gefordert."

Es stimmt schon: Tobias Dede hat die Gewerkschaft mündlich und schriftlich verunglimpft. Er hat konsequent gegen ihre Interessen gehandelt und gegen die ver.di-Liste bei UPS kandidiert. Die letzten vier Jahre tat er das mit ver.di-Mitgliedsausweis, vorher ohne. Im Nürnberger Betrieb und im GBR ist er als Antigewerkschaftler bekannt.

Ich hätte mir seinen Ausschluß auch gewünscht, andererseits kann man aber doch froh sein, dass nicht jede Gewerkschaft gleich mit Ausschlußanträgen wedelt. Sehr hoffe ich, dass in unserer Gewerkschaft (speziell in Berlin) diejenigen durch diesen Fall gestärkt werden, die zügige Ausschlußprozeduren bei Naziaktivitäten fordern.

Anonymer Benutzer 21.09.2006 09:39

Natürlich soll verdi nicht gleich mit Ausschluss drohen, wenn jemand es wagt auf einer anderen als der verdi-Liste zu kandidieren. Das habe ich auch gar nicht verlangt.

Wer aber wie dieser Dede seit Jahren verdi bekämpft und offensichtlich nur verdi-Midglied geworden ist um zu verhindern, daß verdi einen Vertreter in den Wahlvorstand entsenden kann, dann halte ich es schon für angebracht den Mann auszuschließen.

Anonymer Benutzer 18.09.2006 21:31

Erschütternd, dass ich mit so etwas in der selben Gewerkschaft war. Ich hoffe, ihr lasst euch bei UPS nicht einschüchtern von den Faschisten und ihren Mitläufern. Glückwunsch an den Bundesvorstand, dass er in der Sache goldrichtig vorgegangen ist.

« Januar 2021 »
Januar
MoDiMiDoFrSaSo
123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031