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Auch Trennungskultur will gelernt sein

erstellt von dave — zuletzt verändert: 24.08.2008 17:25
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  • Auch Trennungskultur will gelernt sein

    Abgeschickt von dave am 10.September 2006 06:37
    Mittlerweile hat es sich ja schon herumgesprochen, daß diesen Herbst bei der PSE wieder eine größere Runde bevorsteht. NoSiNet, Com E, usw. Dazu ein paar Verhaltensmaßregeln aus meiner Erfahrung für die jetzt Betroffenen: 1) Generell für alle MA, die Betroffenen und die (noch) nicht Betroffenen: Nichts in die Siemens Pensionskassen einzahlen !!! Dieses Geld seht Ihr höchstwahrscheinlich nie wieder. Es dient nicht Eurer Altersvor- sorge, wie immer wieder treuherzig propagiert, sondern nur dem Anmieten von Büroräumen und der Neueinstellung von MA in Billiglohnländern, wodurch Eure Arbeitskraft relativ schnell überflüssig wird. Warum sollte eine Firma, die ansonsten vorgibt, kein Geld mehr für die Fortzahlung Eures Gehaltes zu haben, noch zusätzlich freiwillge Beiträge in die Pensionskasse einbringen ? 2) Bei den sogenannten Trennungsgesprächen oder anlassbezogenen Mitarbeitergesprächen, bei denen in der Regel: der betroffene MA selbst der vorgesetzte Geschäftsgebietsleiter u. der Geschäftsfeldleiter der oberste Personalchef 2 Betriebsräte anwesend sind, geht es nicht mehr um den Erhalt Eures Arbeitsplatzes. In so einem Fall is die Streichung oder Velagerung desjenigen schon längst beschlossene Sache. Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur mehr um das Wie und Wann. Für manche Betriebsräte der PSE gilt leider das selbe wie für die AUB in München. Wenn man logisch überlegt, die GL würde nie aus eigenem Anlaß 2 Betriebsräte in die Trennungsgespräche mit einbeziehen, und auch deren Kosten (in finanziell ach so schwierigen Zeiten wie diesen) mittragen, wenn die nicht auch irgendwie im Interesse der GL handeln würden. Um den Einspruch des Betriebsrates gegen die Kündigung schert sich die GL zum Schluß schließlich ja auch einen Dreck. Fazit: Es gibt keine Respektierung der GL der Rolle des BR aus Gründen des Konsenses, der Fairness oder der Unternehmenskultur und kein gemeinsames Bemühen der GL und des BR zum Erhalt Eures Arbeitsplatzes, sondern nur zu dessen Abbau !!! Der einzige Zweck dieser anlassbezogenen Mitarbeitergespräche besteht zur Festlegung einer gemeinsamen Strategie von GL und BR, Euch möglichst elegant los zu werden. Ich würde mich einem PSE Betriebsrat nur dann anvertrauen, wenn ich das Unternehmen selbst freiwillig verlassen möchte und nur mehr zum Schluß eine möglichst hohe Abfindung herausschinden will, d.h. wenn meine weitere Existenz schon anderwärtig gesichert ist. Da macht durchaus es Sinn das Naheverhältnis dieser Betriebs- räte zur GL zu seinen Gunsten zu nutzen, ansonsten, zum Erhalt meines Arbeitsplatzes, nur einen Betriebsrat meiner eigenen Wahl, der zuvor nie bei irgend einer dieser Gespräche anwesend war (wenn es so einen überhaupt gibt) oder einen Rechtsanwalt spezialisiert auf Arbeitsrecht, oder externe Arbeitnehmervertretungen, wie GPA, AK, oder das Arbeitsgericht, (die hoffentlich frei von jeglichem Siemens-Einfluß sind), aufsuchen. Die Strategie Euch möglichst elegant hinaus zu befördern, besteht im Wesentlichen aus 3 Schritten: 1) Das Rollenspiel und gegenenfalls der Aufbau einer Coachingfalle. Man fragt sich natürlich, warum 2 Betriebsräte. Will die GL sich selbst freiwillig auf eigene Kosten eine starke Opposition bei den Verhandlungen aufbauen? Wohl kaum. Während des Trennungsgespräches wird genau beobachtet, zu welchem der beiden Betriebsräte der betroffene MA mehr Sympatien zeigt. Dieser übernimmt dann anschließend die Rolle des Guten und ist mit dem Betroffenen schnell per Du. Es geht darum, in möglichst kurzer Zeit ein sogenanntes "echtes Freundschaftsverhältnis" zum dem betroffenen MA aufzubauen. Der Böse ist natürlich der GB Leiter, der die Trennung forciert. Dieser ist mit dem Betroffenen MA in der Regel formal und per Sie. Der Böse nimmt den Betroffenen auseinander, der Gute baut ihn dann als sogenannter "echter Freund" der's "nur gut mit einem meint" später wieder wieder zusammen. 2) Isolierung des Betroffenen von seinen Kollegen, den Abbaugefährdeten und den (noch) nicht Abbaugefährdeten, hauptsächlich zur Verhinderung jeglicher Solidarisierung untereinander. Der Gute stellt sich dem Betroffenen als einzig kompetenter Ansprech- partner vor, der durch seine guten Kontakte mit der GL und seiner Verhandlungser- fahrung aus dieser Situation noch das beste für ihn herausholen kann, und dass der Betroffene in der Firma einer der ganz wenigen mit diesem Problem ist, es also über- haupt keinen Sinn mache, deswegen im Keis der Kollgen irgend ein Aufsehen zu erregen. Hat einer dieser Betriebsräte während der Operation 2003 ein Treffen oder eine Versammlung mit anderen Abbaugefährdeten arrangiert, um eine breitere Front gegen die GL aufzubauen ? "An den Taten sollt Ihr sie erkennen". 3) Feststellung des Erfahrungshintergrundes des betroffenen MA's und des informellen Netzwerkes, das sich dieser während seiner Laufbahn in der Firma aufgebaut hat. Je länger der betroffene MA schon im Konzern verweilt, desto eingehender und intensiver wird hier von Seiten der GL nachgeforscht. Diese Nachforschungen kann naturgemäß nicht der Böse selbst durchführen, diese Rolle übernimmt der Gute. Kommt der nicht weiter, werden gegebenenfalls noch andere, interne und nötigenfalls auch externe Spezialisten hinzugezogen. Dan schnappt die vorhin erwähnte Coachingfalle zu. Die einzelnen Anschuldigungen der GL mögen in manchen Fällen gerechtfertigt sein, sind aber oft sehr an den Haaren herbeigezogen. Ser gut kann die Treffsicherheit der Unternehmensleitung bezüglich abzubauender Minderleister nicht gewesen sein, denn für die Geschichte mit Benq im Jahr 2005 waren ausschließlich die Survivors der Operation 2003 verantwortlich. Die die man zuvor zu Recht oder zu Unrecht der Minderleistung bezichtigt hat, haben 2005 das Unterenhmen schon längst verlassen müssen. Ich würde zu den Vorwürfen am besten überhaupt nicht Stellung nehmen, es sei denn in Anwesenheit eines spezialisierten Anwaltes für Arbeitsrecht, vorausgesetzt, daß man sich den leisten kann, und keine der Betriebsräte über das notwendige Maß hinaus, ins Vetrauen ziehen. Manchmal kommt mir vor, als hätte das Unternhemen vor einer kurzen schmerzlosen Frontalkündigung, wie sie bei den meisten anderen Firmen durchaus üblich ist, mehr Angst als der betroffene MA selbst. Kurzes Gespräch mit dem unmittelbaren Vorgesetzten, Ab zu Pers Kündigungsschreiben unterzeichnen Austrittspapiere abholen Gesetzliche Abfertigung kassieren und die Sache ist gegessen. Nur so einfach gehts bei Siemens nicht. Dort wird laut einem Zitat aus einem anderen einschlägigen Forum "die Vernichtung des MA in vollen Zügen über Jahre zelebriert", wenn man nicht selbst kündigt, und das machen jetzt in der Regel nur die Jüngeren, die naturgemäß noch keine Zeit hatten, weiterreichendere informelle Netzwerke im Unternhemn aufzubauen, und somit auch keine politische Gefahr darstellen. Es muß ja einen Grund für diese sogenannten Sozialpakete und den Einvermehmlichen mit Sondervergünstigungen geben, die scheinbar ohne jeglichen Nutzen für das Unternhmen die Bilanz als Restrukturierungskosten belasten. Das Image des Unternhemens kann wohl kaum mehr ein Grund dafür sein, weil das ohnehin schon darnieder ist, und weil Kündigungen mittlerweile schon überall zum Alltag gehören und sogar von den Shareholdern meistens mit kräftigen Kursgewinnen am Parkett belohnt werden. (Stichwort: Stock Options für Manager) Man überlege sich einmal, warum nach Mitte der 90-er die Zugangskontrollen für die einzelnen Standorte der Siemens Österreich radikal verschärft, und Spezialschleusen eingebaut wurden, während die typischen Anwender u. Systemprogramme die dort gestrickt wurden und werden (ohne jetzt die Leistungen der ehemaligen Kollegen, die sich damals für die Projekte wirklich ins Zeug gelegt haben, im Nachhinein herabzuwürdigen), immer mehr an Marktwert verloren haben und in vielen Fällen dem Kunden nicht einmal den Aufwand einer Probeinstallation und eines Abnahmetests wert waren, also Datenspionage in diese Richtung für einen Eindringling immer weniger lohnend sein mußte. Ganz anders ist die Situation bei Projekten, wie dem Design der Infineon Chipkarten für die israelische Verschlüsselungsfirma bei A&D; ? Wenn darüber Details durch einen Gekündigten nach draußen kämen, wäre das für das Untermehmen wohl eine mittlere Katastrophe. Fazit: Wenn Ihr drann seit, nicht in die Karten schauen lassen, und die Suppe nicht rein Siemens intern kochen !!!
  • Re: Auch Trennungskultur will gelernt sein

    Abgeschickt von dave am 13.September 2006 21:00
    Hallo, danke für den Artikel! Ich habe dazu folgende Anmerkungen aus meiner Erfahrung von 2003 bei der PSE: 1. Mir ist nicht bekannt, dass damals (auch auf Wunsch der Vorgesetzten) mehr als ein 1 BR zu den Gesprächen herangezogen wurde. Würde mich interessieren, ob das auch andere bestätigen können. Meine Erfahrung ist aber auch, dass bei den damaligen Abbaumaßnahmen fast alle, d.h. Betriebsräte, Gewerkschaftssekretär, (AK-)Rechtsanwälte, Richter etc., früher oder später auf die Betroffenen 82 MenschInnen eingeredet haben, die Einvernehmliche Lösung (WAFF und/oder Abfertigung) oder einen Vergleich vor Gericht anzunehmen. Grund: Ihr habt keine Chance, gegen Siemens zu gewinnen und steigt hinterher ohne Geld oder WAFF aus; die Betriebsräte hätten die beste Betriebsvereinbarung der Welt gemacht und alles für Euch herausgeholt, was herauszuholen war - nur eben nicht den Erhalt des Arbeitsplatzes der 82 MenschInnen bei Siemens. Nur sehr wenige (= 3 von 82) haben damals dem Psycho-Druck von allen Seiten zumindest eine zeitlang standgehalten. Nur eine Person hat letztlich gegen die Kündigung geklagt und sich nicht nach den "guten Ratschlägen" der Betriebsräte gerichtet. 2. Es stimmt nicht, dass die Betriebsräte während der Operation 2003 kein "Treffen oder eine Versammlung mit anderen Abbaugefährdeten arrangiert haben, um eine breitere Front gegen die GL aufzubauen". Von der SIE kann ich sagen, dass dort die Betroffenen der 82er-Liste von einem lokalen BR-Mitglied zu einem gemeinsamen Treffen mit dem Gewerkschaftssekretär und dem damaligen BR-Vorsitzenden eingeladen wurden. Allerdings sind die Betroffenen wie unter 1 beschrieben - diesmal kollektiv - vom Gewerkschaftssekretär und vom BR-Vorsitzenden der Reihe nach bearbeitet worden, wie chancenlos ihre Klage gegen die Kündigung angeblich sei. Eine deprimierende Veranstaltung! Es ist richtig: "An den Taten sollt Ihr sie erkennen". Der Betriebsrat hätte meiner Meinung nach damals die Betroffenen in zweifacher Weise unterstützen können: a) Ihnen dabei zu helfen, andere Siemens MitarbeiterInnen österreichweit zu finden, die vorrangiger, weil sozialverträglicher hätten gekündigt werden müssen, wenn schon 330 abgebaut werden sollen. D.h. sie hätten ihnen z.B. 100 Namen von Siemens-KollegInnen verstreut über die ganze Siemens AG Österreich geben können, welche vom Lebens- und Dienstalter jünger wären und daher am Arbeitsmarkt bessere Chancen hätten und vorrangig gekündigt hätten werden müssen. Das hätte die Fa. dann wahrscheinlich nicht getan, weil sie ja bewusst die Älteren rausschmeißen wollte. Der Betriebsrat hat dies mehrheitlich nicht getan, weil er keine anderen "anschwärzen" wollte, die ja bleiben würden und von denen er gern wieder gewählt werden wollte. b) Der Betriebsrat hätte anstelle der Betroffenen (natürlich mit ihrem Einverständnis) selbst vor Gericht ziehen können und gegen jede Kündigung klagen können. Das erlaubt das österreichische Arbeitsverfassungsgesetz - im Gegensatz zum deutschen Recht. Hat er auch nicht getan, obwohl das möglicherweise sogar von der Gewerkschaft unterstützt worden wäre. Fazit: Wenn es wieder zu Kündigungen/Trennungen kommen sollte, muss diesmal auf jeden Fall die Isolierung der einzelnen oder Gruppen der PSE (wie z.B. jetzt ECT) verhindert werden. D.h. wir sollten alles tun, ein Gefühl der Solidarität zu erzeugen, so dass wenn einer oder eine Minderheit angegriffen wird, gleich der ganze Laden steht. Kündigungen wie 2003 aus Minderleistungsgründen o.ä. sollte der BR strikt zurückweisen und gegen jede Kündigung dieser Art selbst vor Gericht ziehen. Denn es gibt nach dem Rausschmiss der 82 von 2003 derzeit keine "Minderleister" mehr bei der PSE. Jedoch wird es u.U. nicht mehr zu Kündigungen bei Siemens kommen, weil Siemens sich jetzt die Masche mit den Ausgliederungen und anschließender Kündigung in der neuen, kleineren Firma ausgedacht hat. Die Gegenstrategie ist schwieriger und muss noch eingehend in der Belegschaft diskutiert werden. Jedenfalls sollten wir uns diesmal mehr einmischen und uns nicht mehr ausschließlich vom BR "beglücken" lassen. Daher auch NetLeiwand und dieses Diskussionsforum. NetLeiwand
  • Re: Auch Trennungskultur will gelernt sein

    Abgeschickt von Kniesel am 17.September 2006 12:13
    [quote:Anonymous User format="text/plain"] Der Betriebsrat hätte meiner Meinung nach damals die Betroffenen in zweifacher Weise unterstützen können: a) Ihnen dabei zu helfen, andere Siemens MitarbeiterInnen österreichweit zu finden, die vorrangiger, weil sozialverträglicher hätten gekündigt werden müssen, wenn schon 330 abgebaut werden sollen. D.h. sie hätten ihnen z.B. 100 Namen von Siemens-KollegInnen verstreut über die ganze Siemens AG Österreich geben können, welche vom Lebens- und Dienstalter jünger wären und daher am Arbeitsmarkt bessere Chancen hätten und vorrangig gekündigt hätten werden müssen. Das hätte die Fa. dann wahrscheinlich nicht getan, weil sie ja bewusst die Älteren rausschmeißen wollte. Der Betriebsrat hat dies mehrheitlich nicht getan, weil er keine anderen "anschwärzen" wollte, die ja bleiben würden und von denen er gern wieder gewählt werden wollte. [/quote] Das sehe ich aber anders. IMO ist es nicht Aufgabe des Betriebsrates eine Sozialverträgliche Auswahl durchzuführen und er sollte sich dieses Selektionsverfahren nicht aufhalsen lassen. Was er hier tun sollte oder müsste wäre ev. einzufordern das die Firma ein soches Verfahren der Sozialauswahl durchführt, wobei ich keine Ahnung habe, ob es im Arbeitsrecht Regelungen gibt, die es erlauben diesbezüglich Druck auf die Firma auszuüben. lG Kniesel
  • Re: 82 MenschInnen

    Abgeschickt von Galadriel am 26.September 2006 20:01
    Zu 1: Ich habe es selbst erlebt, daß 2 mal je 2 Betriebsräte von verschieden Fraktionen auf Wunsch der Vorgesetzten anwesend waren. Warum sollte ich mir so etwas ausdenken? Es waren damals 2003, wesentlich mehr als die besagten 82 MenschInnen bei der PSE betroffen. Kolportiert wird eine Zahl von 700 österreichischen MitarbeiterInnen über das ganze Jahr verteilt. Offensichtlich wollte die GL die wahre Zahl herunterspielen um vor der Öffentlichkeit besser dazustehen. Gleichzeitig muß es aber einen massiven Personalaufbau von mehr als 1000 MitarbeiterInnen in Billiglohnländern gegeben haben. Zur neuen Masche von Siemens: Auch bei einer Ausgliederung oder einem Betriebsübergang muß von den Betroffenen ein Papier, (wahrscheinlich eine Änderungskündigung) unterschrieben werden, und da könnten die sich weigern.
  • Re: Auch Trennungskultur will gelernt sein

    Abgeschickt von Galadriel am 27.September 2006 17:50
    [quote:Anonymous User format="text/plain"]Hab ich auf einem anderen Forum gefunden: 1) Generell für alle MA, die Betroffenen und die (noch) nicht Betroffenen: Nichts in die Siemens Pensionskassen einzahlen !!! Dieses Geld seht Ihr höchstwahrscheinlich nie wieder. Es dient nicht Eurer Altersvorsorge, wie immer wieder treuherzig propagiert, sondern nur dem Anmieten von Büroräumen und der Neueinstellung von MA in Billiglohnländern, wodurch Eure Arbeitskraft relativ schnell überflüssig wird. Warum sollte eine Firma, die ansonsten vorgibt, kein Geld mehr für die Fortzahlung Eures Gehaltes zu haben, noch zusätzlich freiwillge Beiträge in die Pensionskasse einbringen ? [/quote] Sorry, aber das halte ich für Humbug. Die Einzahlungen in österreichischen Pensionskassen und hier speziell der Siemens Pensionskasse sind nicht Bestandteil des Konzernvermögens und Siemens hat keinen Zugriff darauf. Also bitte Beweise für obige an den Haaren herbeigezogene Aussagen. lG Kniesel
  • Re: Beweise für die Aussagen über die Siemens Pensionskassen

    Abgeschickt von Galadriel am 29.September 2006 04:30
    Beweise kann ich als Aussenstehnder natürlich nicht bringen, aber einige Indizien sind schon mehr als merkwürdig. Bei diversen Trennungsgesprächen und bei Rundschreiben der GL und des BR im Vorfeld der Operation 2003 wurde immer wieder auf die prekäre finanzielle Situation der PSE hingewiesen und dass einzelne MA offenbar ihr Geld nicht wert wären. Gleichzeitig hat es 2002 mehrere Betriebsversammlungen gegeben, wo auf die Vorzüge des Siemens Pensionskassensystems hingewiesen wurde. Anwesend waren einige Betriebsräte und Yuppies von der Pensionskassen AG, gestylt als kämen sie gerade aus dem "Boiler Room" Film. Als ich diesem Treiben zusah, hatte ich damals schon ein etwas flaues Gefühl in der Magengegend. Dort wurde erklärt, es gäbe 3 Arten von betrieblichen Zusatzpensionen: - öffentlich rechtliche - überbetriebliche - betriebgseigene Die letztere ist jedenfalls die unsicherste Variante für den Einzahler, ausgenommen vielleicht bei gut eingeführten Traditionsunternehmen. Dann kam eine Frage aus dem Publikum: [QUOTE]Was ist im Fall von Kündigungen ?[/QUOTE] Antwort vom Betriebsrat und den Yuppies (wohlgemerkt 2002). [QUOTE]KÜNDIGUNGEN ??? SO ETWAS GIBT ES BEI SIEMENS NICHT !!! Und sollte es in ferner Zukunft doch einmal zu Trennungen kommen, was äusserst unwahrscheinlich ist, dann werden die Einzahler in die Pensionskasse auf die eine oder andere Weise voll entschädigt.[/QUOTE] Zur gleichen Zeit wurden per Flurfunk schon Zahlen von 600 MA kolportiert, die im sogenannten Kündigungspool erfasst wurden, d.h. die damals schon längere Zeit auf GK kontiert haben. Am Höhepunkt der "Operation 2003" wollte ich als Betroffener mein eingezahltes Geld wieder zurückbekommen und habe deshalb einen Antrag auf Barabfindung gestellt. Daraufhin ist mir folgendes Schreiben ins Haus geflattert: [QUOTE]Sehr geehrte Herr [i]Draufzahler[/i], Wir haben Ihren Antrag mit dem Wunsch auf Barabfindung erhalten. Lt. Betriebspensionsgesetz §5(4) ist eine Abfindung nur möglich, wenn zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Unverfallsbeitrag EUR 9.300 .-- nicht übersteigt. Da ihr Kapital diesen Betrag bereits übersteigt, ist eine [b]Auszahlung auch nicht mehr möglich[/b]. Sie haben die Möglichkeit auf eine beitragsfreie Anwartschaft, auf die Fortsetzung mit eigenen Beiträgen, oder die Übertragung in eine andere Pensionskasse. mit freundlichem Gruß Siemens Pensionskassen AG Adminsitration[/QUOTE] Eine einfache Milchmädchenrechnung: Wenn man selbst 2000 Euro eingezahlt hat und die Firma zahlt freiwillig und unaufgefordert ca. 8.000 Euro darauf, dann ist der Kontostand auf ca. 10.000 Euro, also über den besagten 9.300. Die Firma braucht also vorerst nichts auszuzahlen. Die Frage ist nur, wo kamen in ach so schweren Zeiten wie diesen, auf einmal die 8.000 Euro her ? Ich habe sodann die Probe aufs Exempel gemacht und bin mit diesem Schreiben zur öffentlich rechtlichen PVANG in Wien gegangen, die haben aber gemeint daß eine Übertragung in ihre Pensionskasse nicht möglich sei. Fazit: Job weg, Geld weg. Dann kam 2005 das nächste Schreiben ins Haus geflattert: [QUOTE] Eine Novelle zum Pensionsgesetz sieht vor, dass alle österreichischen Pensionskassen in Zukunft erhöhte Zuweisungen zur so genannten "Mindestertragsrücklage" vorzunehmen haben. Zur Finanzierung dieser erhöhten Zuweisung ist es für die Siemens Pensionskasse erforderlich, in den kommenden Jahren aus dem Veranlagungsergebnis jährlich 0,6% herauszunehmen und diesen Betrag für diese Rücklage zu verwenden. Das Pensionskassengesetz räumt aber die [b]Wahlmöglichkeit[/b] ein dass die Berechtigten einer Pensionskasse (das sind die Aktiven und Pensionisten) die Zuweisung zur "Mindestertrags- rücklage" auch zur Gänze ausschließen können, wenn sie die oben genannte Regelungen in ihrem Fall für nicht sinnvoll halten und die dargestellten Ertragskürzungen vermeiden wollen. .... gez. Dipl. Ing. Albert Hochleitner [/QUOTE] [QUOTE] Die unterzeichneten Parteien vereinbaren gemäß §2(1) Pensionskassengesetz mit Wirksamkeit ab 1. Jänner 2005 den Mindestertrag der Siemens Pensionskassen AG auszuschliessen. Entsprechend den Bestimmungen von §7(3) Pensionskassengesetz entfällt damit die Verpflichtung der Siemens Pensionskassen AG zur Bildung der Mindestertrags- rücklage. gez. Dipl. Ing. Albert Hochleitner [/QUOTE] Als das Schreiben das erste Mal unbeantwortet blieb, kam es ein zweites Mal, selbst- verständlich ebenfalls unbeantwortet. Warum trug es jedesmal, umd die Seriösität zu unterstreichen, die Unterschrift des damaligen Generaldirektors? Kein anderes an mich persönlich gerichtetes Schreiben von Siemens trug je eine so hochrangige Unterschrift. Und warum wehren sie sich so hartnäckig gegen eine staatliche Mindestkontrolle ihres Pensionsfonds? Wenn wie oben behauptet: [QUOTE]die Einzahlungen in österreichischen Pensionskassen und hier speziell der Siemens Pensionskasse nicht Bestandteil des Konzernvermögens sind und Siemens keinen Zugriff darauf hat, [/QUOTE]was kümmert es den Generaldirektor des Konzerns? Ist die aus diesen fiktiven 8.000 Euro resultiertende erhöhte "Mindestertragsrücklage" eine unvorhergesehen Panne beim als Altersvorsorge bemäntelten Sozialdumping?
  • Swissfirst

    Abgeschickt von Galadriel am 30.September 2006 00:57
    [QUOTE]Also bitte Beweise für obige an den Haaren herbeigezogene Aussagen. lG Kniesel[/QUOTE] Bevor das noch vollkommen im jüngsten Benq Trubel untergeht. Das ist zwar nicht der exakte Beweis für die obigen Aussagen, paßt aber trotzdem irgendwie zum Thema. Googelt einmal nach: +siemens +pensionskassen +[b]swissfirst[/b]
  • Re: Swissfirst

    Abgeschickt von Kniesel am 2.Oktober 2006 18:59
    [quote:Anonymous User format="text/plain"] Bevor das noch vollkommen im jüngsten Benq Trubel untergeht. Das ist zwar nicht der exakte Beweis für die obigen Aussagen, paßt aber trotzdem irgendwie zum Thema. Googelt einmal nach: +siemens +pensionskassen +[b]swissfirst[/b][/quote] Sorry, aber ich habe den Eindruck du betreibst Biertischpropaganda. Soweit ich sehe geht es bei der Swissfirstaffäre darum das dem Portfolio-Manager der PK von Siemens Schweiz vorgeworfen wird, er habe im Zusammenhang mit Transaktionen mit Swissfirst-Aktien Bestechungsgelder angenommen. Was hat das mit der rechtlichen Lage und Unabhängigkeit der österreichischen Siemens PK (genauer der angelegten Gelder) von der Siemens AG zu tun? IMO absolut nichts.
  • Re: Beweise für die Aussagen über die Siemens Pensionskassen

    Abgeschickt von Kniesel am 2.Oktober 2006 19:33
    Mein Eindruck ist, das deine Indizien eher Spekulationen sind. Du schreibst: [em]"Gleichzeitig hat es 2002 mehrere Betriebsversammlungen gegeben, wo auf die Vorzüge des Siemens Pensionskassensystems hingewiesen wurde."[/em] Du verwechselst da etwas. Der Übergang zur neuen Siemens Pensionskasse hat laut meinen Unterlagen 1998 stattgefunden. Warum sollte das 2002 eine Thema für Betriebsversammlungen gewesen sein. 2002 ging es um die neue Abfertigungsregelung und das Angebot ob man in das neue Abfertigungssystem (mit der Mitarbeitervorsorgekasse) übertritt oder im alten Abfertigungssystem bleibt. Weiters schreibst du: [em]Eine einfache Milchmädchenrechnung: Wenn man selbst 2000 Euro eingezahlt hat und die Firma zahlt freiwillig und unaufgefordert ca. 8.000 Euro darauf, dann ist der Kontostand auf ca. 10.000 Euro, also über den besagten 9.300. Die Firma braucht also vorerst nichts auszuzahlen. Die Frage ist nur, wo kamen in ach so schweren Zeiten wie diesen, auf einmal die 8.000 Euro her ? [/em] Ich behaupte ein Großteil der 8000 EUR stammen aus der 1998 durchgeführten Übertragung deines Anteils aus der alten Siemens Betriebspension in das Konto der neuen PK. Und genau da hat die Siemens AG Österreich sehr wohl was ausgezahlt, weil bei dieser Umstellung eben das Kapital für die Pesionskonten aus dem Konzernkapital herausgenommen wurden. Das man auf Grund des Pensionskassengesetzes in den meisten Fällen keinen Anspruch auf Barauszahlung hat kannst du nicht Siemens vorwerfen. Ich habe keine Lust weiter auf deinen Rundumschlag eizugehen. Das Einzige was ich noch tun werde ist für mich zu prüfen, wie die gesetzlichen Regelungen für die Absicherung des Kapitals der Siemens PK lauten, damit ich sicher sein kann das meine Ansicht, das der Siemens Konzern keinen Zugriff auf dieses Kapital hat, richtig ist.
  • Re: Beweise für die Aussagen über die Siemens Pensionskassen

    Abgeschickt von Kniesel am 2.Oktober 2006 19:48
    [quote:Anonymous User format="text/plain"] Und warum wehren sie sich so hartnäckig gegen eine staatliche Mindestkontrolle ihres Pensionsfonds? [/quote] Wann und in welchem Zusammenhang hat die österreichische Siemens PK AG eine staatliche Mindestkontrolle verwehrt?
  • Re: staatliche Mindestkontrolle verwehrt

    Abgeschickt von Galadriel am 10.Oktober 2006 22:49
    [QUOTE]Wann und in welchem Zusammenhang hat die österreichische Siemens PK AG eine staatliche Mindestkontrolle verwehrt? [/QUOTE] Im dem besagten Schreiben von 2005 ist unter anderem zu lesen [QUOTE]... Auf der anderen Seite wird durch diese Mindestertragsrücklage keine spürbare Verbesserung in Punkto Sicherheit der Pensionsleistungen für Aktive und Pensionisten erreicht ... [/QUOTE]Hier wird offensichtlich eine staatliche Kontrollmaßnahme seitens der Firma in Frage gestellt, und das nach allem was sich seit 2002 in Wien, München, Kamp- Lintfort, Bocholt, Boca Raton und anderswo abgespielt hat. [QUOTE]Aufgrund des österreichischen Arbeitsvervassungsgesetzes is es uns allerdings nicht möglich, diese sinnvolle Maßnahme auch für unsere pensionierten Kolleginnen und Kollegen sowie aus dem Konzern ausgeschiedene Mitarbeiter zu vereinbaren. Diese Personengruppen müssen selbst eine Einzelvereinbarung mit dem ehemaligen Arbeitgeber abschließen. [b]Aus der Sicht des Zentralbetriebsrates ist der Abschluß einer solchen Vereinbarung jedenfalls zu empfehlen[/b]. .... Für den Zentralbetriebsrat der Siemens Aktiengesellschaft Österreich. xxxxxxxxx xxxx [/QUOTE] Hier entsteht der Eindruck als soll der BR dafür herhalten, wenn die Firma beabsichtigt das Arbeitsverfassungsgesetz zu umgehen. Bedauerlicherweise hat der BR durch die undurchsichtige Rolle einiger seiner Mitglieder bei der Operation 2003 schon zu viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. [QUOTE]Warum sollte das 2002 eine Thema für Betriebsversammlungen gewesen sein. 2002 ging es um die neue Abfertigungsregelung und das Angebot ob man in das neue Abfertigungssystem (mit der Mitarbeitervorsorgekasse) übertritt oder im alten Abfertigungssystem bleibt.[/QUOTE] Ich wollte den Zirkus um die sogenannte "Abfertigung Neu" zuerst gar nicht erwähnen. Das war der nächste Akt in dem unwürdigen Schauspiel. Zuerst (ich glaube bis 2001) ging es in diesen Betriebsversammlungen nur um die Pensionksassen dann um die Pensionkassen + "Abfertigung Neu". Zwei der wiener PSE Standorte (MOS, GEU), wo diese Shows abgezogen wurden, gibt es mittlerweile nicht mehr. Die Arbeitsplätze sind ab 2003 von dort samt und sonders in den Osten abgewandert. Generell hätte ein einfaches Formular und eine einmalige Willenskundgebung den Dienstnehmers, nicht auf das neue Abfertigungssystem umsteigen zu wollen zu genügen. Warum mußte der Dienstgeber hier monatelang mit einer multimedialen Show und einer "Boiler Room" ähnlichen Gehirnwäsche nachhelfen? Warum wurde einem Ereignis, nämlich dem Ausscheiden aus der Siemens AG, das für die meisten Mitarbeiter bei der damaligen Altersstruktur der Belegsschaft noch gut 20 bis 25 Jahre in der Zukunft lag, so aktuelle Bedeutung zugemessen? Für ein gesundes Unternehmen sollten die gesetzlichen Abfertigungsrücklagen nach dem alten Schema kein Problem darstellen. Es gibt jedoch noch einen anderen Aspekt: http://finanzen.ariva.de/board/270443/thread.m?nr=270443&req;_host=finanzen.ariva.de [QUOTE]Der Vorstand des Technologiekonzerns Siemens hält es angesichts des derzeit relativ niedrigen Börsenkurses nicht für ausgeschlossen, dass das Unternehmen zum Objekt für eine feindliche Übernahme wird. Das berichtete das Magazin "Capital" unter Berufung auf interne Reden des Arbeitsdirektors Jürgen Radomski, der Mitglied des Zentralvorstands ist. In einem Szenario habe Radomski ausgemalt, was nach einer Übernahme durch einen Hedge-Fonds oder eine Private-Equity-Firma passieren könnte: die Zerlegung von Siemens, der Verkauf gewinnbringender Einheiten, die Aufnahme von Krediten und die Ausschüttung der vorhandenen Liquidität an die Anteilseigner der Fonds. ... [/QUOTE] Die liquiden Mittel eines 100% betriebseigenen Pensionsfonds, soweit bis dahin noch vorhanden, wären da ideal zum Plündern. Es soll einfach jeder aufgrund der letzten Unternehmensnachrichten seinen gesunden Menschenverstand entscheiden lassen, ob die PK für ihn die ideale Art der Altersvorsorge ist.
  • Re: Biertischpropaganda

    Abgeschickt von Galadriel am 11.Oktober 2006 21:20
    [QUOTE=]Sorry, aber ich habe den Eindruck du betreibst Biertischpropaganda[/QUOTE]Hab das jüngst auf einem deutschen Biertisch aufgelesen:[QUOTE=Biertisch]Suche Innerhalb Eines Monats Eine Neue Stelle[/QUOTE]Zugegeben das ist etwas platt.
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