Personal tools
You are here: Home Projekte Alcatel - Lucent Chronik
Log in


Forgot your password?
New user?
 

Chronik

Aktuelles und Chronik

Aug 21, 2010

Bitte warten ... Sie werden gleich verbunden…

by Alcatel-Lucent — last modified Aug 21, 2010 13:15

Ein “HR Service Center”, sprich Call Center, soll in Rumänien für HR errichtet werden. Dies soll den Service von HR verbessern.

„Wie soll das funktionieren??“ fragt man sich. Wer öfter mit Call-Centern zu tun hat, wird sich denken können, wie die Realität zukünftig aussehen wird.

Alles, was mit Formularen zu tun hat, soll auf einer neuen HR-Website zu finden sein. Aber das Leben ist meistens nicht so einfach. Wer auf der Website nicht fündig wird, muss dann beim Call-Center in Rumänien (!) anrufen. Wenn man Glück hat, erhält man dort was man braucht oder man bekommt ein Ticket zugewiesen. Und damit wird’s wieder komplizierter...

Betrachten wir mal einen komplizierten Fall: das ist einfacher zu durchleuten. Es geht dabei z.B. um eine rechtliche Frage.

Wir rufen also in Rumänien an. Irgendwann kommt man dran und dann ergeben sich doch vielleicht ein paar Hürden.

Die erste Hürde: die Sprache. Angenommen, der Agent spricht die Sprache des Anrufers, versteht der Agent tatsächlich, worum es geht? Wenn man sich auf Englisch verständigen soll, wird es etwas schwieriger. Wie heißt z.B. „freiwillige Krankenversicherung“ auf Englisch? Und, weiß der Agent auch damit etwas anzufangen?

Die zweite Hürde: die Kultur. Auch wenn der Agent die Sprache des Anrufers versteht, kennt er soviel vom Land, dass er überhaupt einschätzen kann, worum es geht? Wenn es um Arbeitsrecht oder Sozialrecht ginge, ist es schon schwer genug in Deutschland eine richtige und verbindliche Aussage zu bekommen. Weit weg in Rumänien sind die Chancen wesentlich kleiner, dass der Agent hiervon etwas versteht und Rat weiß. Also, man bekommt ein Ticket...

Die dritte Hürde: die Weitervermittlung. Es ist geplant, dass man nun jemanden aus HR zugewiesen bekommt. Ob die- oder derjenige HRler vor Ort sich auskennt, ist wahrscheinlich Glückssache. Wenn man bedenkt, dass das Call-Center die ganze EMEA-Region bedienen soll, ist es klar, dass dieses Verfahren blanker Nonsens ist.

Manager, die solche Idiotien erspinnen, sehen durch dieses neue Verfahren den Service verbessert und selbstverständlich darin auch eine Kostensenkung. Aber, sie wären keine Manager, wenn sie es nicht so sehen würden. Niemals machen sie etwas falsch, würden sie etwas falsch machen oder hätten jemals etwas falsch gemacht. Auch die dümmste Idee ist aus ihrer Sicht immer eine gute Idee und kann jederzeit mit Zahlen und viel Geschwafel begründet werden.

In Deutschland sollen die Vorbereitungen auf das neue Verfahren ab Q3 stattfinden und ab Januar 2011 soll es dann schon mal so richtig losgehen.

Und wenn man persönlich darüber gar nicht begeistert ist, was kann man tun?

Auf den Betriebsrat hoffen!

Aber... vom Betriebsrat hört man nichts. Angeblich wird gegenwärtig im Gesamtbetriebsrat über das Thema diskutiert. Wie die Ansichten des GBRs bzw. BRs dazu sind, können wir leider nur mal wieder erahnen. Berichtet haben sie dazu nichts und gefragt haben sie uns sowieso nicht. Erfahrungsgemäß sind beide Gremien letztendlich auch nicht unbedingt dagegen - egal wie groß sie sich vorher aufplustern.

Da sich GBR und BR mit Nichtstun mal wieder aus der Affäre winden werden, um bei der Geschäftsleitung nicht anzuecken, könnte man selber folgenden Weg gehen. Man nimmt weiterhin den kurzen Weg zu HR statt sich mit einem Call-Center herumzuplagen. Ein Call-Center wird auf Dauer nicht funktionieren können, wenn es nicht in Anspruch genommen wird.

Und dadurch leistet man womöglich sogar etwas Gutes. Man selber trägt zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei, nämlich die der HR-Beschäftigten! Wenn das nichts ist...

Aug 19, 2010

Neuer Webauftritt des Betriebsrats Nürnberg

by Alcatel-Lucent — last modified Aug 19, 2010 20:50

Vor ein paar Wochen erreichte uns die überraschende Mitteilung, dass der Betriebsrat an einen neuen Webauftritt arbeitet. Wir fragen uns, warum der Betriebsrat diesen (nicht unerheblichen) Aufwand betreibt? Hat es etwas mit der Informationspolitik des BRs zu tun oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Spärliche Informationen

Seit der letzten BR-Wahl im März hört man relativ wenig über das, was der BR macht. Die beiden Betriebsversammlungen, denen wir beiwohnen durften, waren nicht gerade informativ.

Die erste Betriebsversammlung in diesem Jahr war eine reine Werbeveranstaltung für den Haustarifvertrag (HTV). In brüderlicher Eintracht erklärten uns die IG Metall, die Firmenvertreter und der Betriebsrat den HTV. Bemerkenswert dabei war lediglich, dass man diesen in der endgültigen Form nie zu sehen bekam - bis zum 16. August nicht. Lediglich Netzwerk IT hat vor zwei Monaten den HTV veröffentlichet

In der zweiten Betriebsversammlung waren konkrete Informationen über die Tätigkeit des BRs ebenso dürftig. Allein durch den Bericht über das neue Bezahlungssystem für die Kantine konnte man erahnen, dass der BR seinen Hintern bewegt. Fast alle anderen Berichte gingen um Themen, die offensichtlich im Gesamtbetriebsrat behandelt werden.

Wer der neue BR ist, welche Ziele er hat und was er konkret in 2010 geleistet hat, war nicht zu vernehmen. Schlimmer noch: keine der bisherigen Betriebsversammlungen fanden rechtzeitig statt und in keiner lieferte der BR einen ordentlichen Tätigkeitsbericht ab, wie es das Betriebsverfassungsgesetz dem Betriebsrat vorschreibt. Hat der BR sich auf die faule Haut gelegt oder hat er der Belegschaft nichts mehr zu sagen?

Der neue Webauftritt

Wie wir erkennen, ist die Informationspolitik des Betriebsrats nicht offen und Transparent. Soll das jetzt mit einem neuen Webauftritt verbessert werden?

Wohl kaum. Der neue Webauftritt ist ein Abklatsch des alten. Neue Information oder neue Möglichkeiten für die Belegschaft sind dort nicht zu finden. Welche Gründe könnte es dennoch dafür geben?

Technische Gründe wohl nicht. Das bisherige System läuft gut, stabil und ist technisch auf der Höhe der Zeit. Der BR hat Zugang zum System und anwenden können es die Betriebsräte auch. Daran kann es auch nicht liegen.

Was kann also der Grund für diesen neuen Webauftritt des BRs sein? All diese Fragen hat laut unserer Information auch ein Ersatzbetriebsratsmitglied dem BR gestellt und bisher keine Antwort von ihm darauf bekommen. Obwohl die Mail an alle Betriebsräte und Ersatzbetriebsräte ging, hat der BR nichts dazu gesagt bzw. geschrieben.

Wir können nur vermuten, dass es darum geht, kritische Menschen kaltzustellen. Unangenehme Fragen an den Betriebsrat könnten ja ihre bequeme Eintracht mit der Geschäftleitung und deren Handlanger gefährden.

Sollte sich der BR nicht zu Wort melden, werden wir weiterhin spekulieren müssen ...

Jul 20, 2010

Nachruf Heribert Fieber

by Alcatel-Lucent — last modified Jul 20, 2010 10:40

Heribert war ein sehr innovativer Gewerkschafter und Betriebsratsvorsitzende (BRV) bei Siemens in der Hofmanstr, München. Er war seiner Zeit weit voraus und jede/r, der mit ihm zu tun hat, konnte von ihm erfahren und lernen was ein Gewerkschafter und BRV alles leisten kann.

Heribert Fieber 2004 bei Inkens Prozess am Arbeitsgericht

Wir haben Heribert erst bei der einen oder anderen Gewerkschaftsveranstaltung kennengelernt. Für uns war er sehr wichtig und interessant, weil er mit seiner Arbeit zeigte, dass hochqualifizierte Ingenieure für ihre Belange kämpfen können. Jeder von uns wollte wissen, was des Rätsels Lösung war.

Seine damaligen Vorträge waren immer lustig, und mit beißendem Witz gespickt. Als wir damals als Beschäftigte mit dem Thema Vertrauensgleitzeit kämpften, schlug er vor, dass wir auch das Thema von „Vertrauensbezahlung“ ansprechen sollen. Jeder Mensch bekommt nicht nur Vertrauensgleitzeit, sondern auch Vertrauensbezahlung. Die Firma stellt viel Geld zur Verfügung und jeder Mensch holt auch das Geld ab, was er für angemessen hält. Das wäre echtes Vertrauen!

Aber nicht nur das. Heribert propagierte das Konzept von „Netzräten“ und seine Verwendung vom Intranet in der Auseinandersetzung um die Entlassungen in der Siemens Hofmanstr war er uns allen weit voraus. Seine Kooperation und das Einbinden von NCI in jener Auseinandersetzung trug maßgeblich zum Erfolg des Kampfes gegen die Entlassungen bei. Vieles, was wir von ihm lernten, floss in die Vorgehensweise von Netzwerk IT ein.

Daher ärgert uns es maßlos, dass die IGM München jetzt kommt, nachdem Heribert tod ist, und versucht sich mit fremden Federn zu schmücken. Fakt ist, dass sobald der Hauptteil der Auseinandersetzung um die Arbeitsplätze vorbei war, wurde Heribert von der IGM München zum Unterzeichnen eines Auflösungsvertrages „überredet“. Die IGM München wollte, dass „Ruhe“ einkehrt und er war im Weg. Später wurde auch das Mitarbeiternetzwerk NCI vergrault. Alles was nicht ins Konzept passt und sich nicht beherrschen lässt, wurde von der IGM München vertrieben.

Das Ergebnis ihrer „Bemühungen“ sieht man heute, wenn man guckt, was von Siemens bzw. NSN übrig geblieben ist.

In den letzten Jahren arbeitete Heribert für die IGM Heidelberg und sorgte dafür, dass die IGM bei SAP einen Betriebsrat gründen konnte. Das war eine weitere erstaunliche Leistung aber das war Heribert. Dennoch: dass er überhaupt für die IGM noch arbeiten konnte, hat uns gewundert. Wie dem auch sei, ließ er ziemlich deutlich durchblicken, dass er nicht unbedingt immer über die Politik der IGM glücklich war. Heribert blieb sich selbst treu. Wir haben Heribert zu verdanken, dass Netzwerk IT und NCI miteinander kooperieren. Er hat es möglich gemacht, dass wir mit Inken in Kontakt kommen konnten. Dafür sind wir ihm sehr dankbar, auch heute noch.

Wir sind traurig, dass Heribert nicht mehr unter uns ist. Die Beschäftigten nicht nur bei Siemens und NSN haben einen Kollegen verloren, der uns allen inspirierte. Unser aufrichtiges Beileid geht an seine Familie.


Networkers' Solidarity
Alcatel-Lucent

Jun 24, 2010

Ergebnisse der Besetzung der ALU Fabrik in Battipaglia

by Alcatel-Lucent — last modified Jun 24, 2010 20:46
Filed Under:

Nach der Besetzung und 14 Monaten zähen Verhandlungen haben Arbeiter im italienischen Battipaglia mit neuem Investor Telerobot eine Vereinbarung erreicht, der 5 Jahre Weiterbestand garantiert.

Nach der Besetzung und 14 Monaten zähen Verhandlungen haben Arbeiter im italienischen Battipaglia, einer Fabrik gesteuert von Vimercate , eine Vereinbarung erreicht:

  • daß die Schließung der Fabrik verhindert wird, ilB2B.it und industriale-oggi
  • daß Telerobot als neuer Investor gefunden wurde, der mit 90% Kapital einsteigt,
  • daß ALU die Fabrik weitere 5 Jahre mit Projekten unterstützt,
  • daß befristete Arbeitnehmer fest eingestellt werden.

Diesem Agreement haben vor der Unterzeichnung die Arbeiter zugestimmt. Nun beginnt die Umsetzung, bei der die Gewerkschaften auf korrekte Einhaltung der Vereinbarung achten sollen.

May 21, 2010

Zum Haustarifvertrag

by Alcatel-Lucent — last modified May 21, 2010 10:55
Filed Under:

Bis vor kurzem hat Keine/r eine Kopie des Haustarifvertrags (HTV) in der Hand, auch nicht die Mitglieder der IG Metall. Mit der Veröffentlichung in unserem Projekt kann jeder und jede sich selbst ein Bild machen, ob die Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages, sprich der Wechsel zu einem Vertrag mit einem Verweis auf den HTV, sich lohnt.

Der Haustarifvertrag war das Thema der letzten Monate und insbesondere bei der Betriebsratswahl. Während des Wahlkampfs gab es täglich Infoständer der IG Metall und dazu noch ein Infoblatt mit Eckpunkten. Allerdings war am Stand keine Kopie des bereits am 8. März unterschriebenen HTV zu bekommen, selbst nicht für Mitglieder der IG Metall. Man konnte nur in einer noch nicht unterschriebenen Kopie blättern.

Bis zu unserer Veröffentlichung stand der HTV lediglich im Tarifregister.

Warum wurde der HTV nicht nach Unterzeichnung am 8. März 2010 kommuniziert? Leider können wir nur spekulieren. Aus Kreisen der IG Metall ist zu diesem Thema nichts zu erfahren. Lediglich, und das ist oft nur der Fall, weiß nur der „innere Kreis“ Bescheid.

Unsere Vermutung ist die, dass der HTV doch bei weitem nicht so gut ist, wie die Hohenpriester der IGM behaupten. Bis jetzt konnten wir keine gründliche Analyse des Textes machen. Beim Durchblättern fallen folgenden Punkten auf:

  • Wie immer bei so einem Entgeltrahmenabkommen, ist der entscheidende Punkt die „Ersteingruppierung“. Hier wird bei uns von der Firma versucht, das Niveau der Eingruppierungen abzusenken. Solche Entgeltrahmenabkommen wie der HTV werden unter den Betroffenen „Entgeltreduzierungsabkommen“ genannt.
  • Sprengstoff enthält die vereinbarte sogenannte „Kostenneutralität“.
  • Der Kündigungsschutz ist eine durchlöcherte Abwandlung des Originals (siehe unten) und ist kaum etwas wert.

Jede/r kann sich jetzt selbst ein Bild machen:

Document Actions