Sie sind hier: Startseite Projekte Archiv Gesundheit Pranger Arbeitsplätze in Gefahr 30 Arbeitsplätze gefährdet!

30 Arbeitsplätze gefährdet!

by valter posted on 17.03.2007 17:27 last modified 16.08.2008 09:56

Wie man sich in der Medizin saniert. Ein Beispiel von einem Sanitätshaus in einem kleinen pfälzer Bad

In einer kleinen Stadt, nahe an einem Flüßchen, in der Bayrischen Pfalz am Rhein sind ein paar Manager am Werk, durch die in einem mittelständigen Betrieb 30 Arbeitsplätze in Gefahr geraten sind.

Der Betrieb ist ein Sanitätshaus, welches bislang ständig expandierte und mehrere Filialen bis hin nach Frankfurt betreibt, soweit so gut. Durch Qualitätsmängel und durch mangelnde Marktanpassung ist ein größeres Auftragsvolumen verloren gegangen. Von Insidern wissen wir, dass das verlorene Auftragsvolumen eigentlich nur den Bereich der Rumpforthetik (Herstellung von Korsetten zur Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen) betrifft, ein Segment, in welchem lediglich 5 Mitarbeiter hauptamtlich tätig waren. Davon haben viele die Firma mittlerweile gar verlassen. Das know how ist also fast weg.

Die beiden Geschäftsführer aus dem Großraum Trier, von welchen jeder, unter Einbeziehung auch der Ehepartner ein Geflecht weiterer Firmen mit unterschiedlichen Zielsetzungen unterhalten, rechnen jetzt sogar damit, dass auch die anderen Bereiche darunter leiden. Sie müssen sich fragen lassen, warum andere Geschäftsbereiche betroffen sind, wenn nur das Personal des verlorenen Segments die Firma verlassen hat.

Ist es vielleicht möglich, dass die zur Weiterführung des Geschäfts fehlenden Gelder über die Kanäle der anhängigen und vielfältig verflochtenen GmbH´s auch weiterhin auf die Privatkonten der Geschäftsführer sickern?

Nach Auskunft einer Mitarbeiterin tun sich bei tiefer gehender Recherche regelrechte Abgründe auf. Hierbei scheint es um Bestechung, Betrug und unlautere Vorteilsnahme zu gehen. Aus Hessen und Baden Würtemberg sind entsprechende Skandale bekannt geworden. Nun hat auch Rheinland-Pfalz seinen

Sanitätshaus-Skandal:

Die tschechische Dependance des Sanitätshauses erwirbt vom Großhandel der Firma Medi orthopädische Hilfsmittel für etwa 1/5 des deutschen Marktpreises. Die tschechische Dependance wiederum verkauft die Produkte nach Deutschland an Firmen niedergelassener Ärzte zum reduzierten Preis, welche die Produkte zum marktüblichen deutschen Preis dann wieder an die deutsche Dependance bzw. Muttergesellschaft des Sanitätshauses weiterverkauft. So sanieren sich viele an der Medizin.

Interessanterweise sind die Firmen der niedergelassenen Ärzte Tür an Tür mit den entsprechenden Räumlichkeiten des Sanitätshauses, so dass die Produkte gar nicht bei den Ärzten „zwischen gelagert“ werden müssen. Ist das nicht ein gut getarntes Schmiergeld?

Ärzte bekommen zusätzlich einen besonderen Service: Das Sanitätshaus verleiht kostenlos ein Messgerät zur Bestimmung der Knochendichte und bringt dies auf eigene Kosten und mit eigenem Personal in die Praxen, damit die Ärzte so genannte „Igel“ Leistungen (Wahlleistungen, die vom Patienten zu bezahlen sind) abrechnen können, ohne die zugrunde liegenden Investitionskosten aufgewendet zu haben.

Die Frau des einen Gesellschafters betreibt eine Firma zur Beschaffung von Fahrzeugen, sowas wie eine Auto-Leasing-Firma. Fahrzuge werden Gewinn bringend an das Sanitätshaus weiterverleast. Das ist noch in Ordnung.

Wie ist es aber, wenn die Leihfirma geleaste Fahrzeuge für bestimmte Ärzte zur freien Benutzung zur Verfügung stellt, ohne dass das Sanitätshaus hierbei in Erscheinung tritt?

Der mittlerweile entlassene ehemalige Geschäftsführer einer nahe gelegenen Rehabilitationseinrichtung stand ebenfalls in „Geschäftsbeziehung“ zu einem der Geschäftsführer des Sanitätshauses. Dieser betreibt nämlich zusätzlich eine Bauträgergesellschaft und hat den erstgenannten an der Gewinn bringenden „Sanierung“ mit Hilfe staatlicher Fördergelder beteiligt. Inwieweit es sich hierbei wiederum um eine „Schmiergeldwaschanlage“ gehandelt hat, lässt sich ob der vielfältigen Verflechtungen unterschiedlicher GmbH´s schwer nachvollziehen.

Fest steht, dass am Ende die Geschäftsführer sich nicht einmal von ihren Luxuskarossen trennen müssen und sich auch weiterhin persönliche Vorteile zu Lasten anderer verschaffen können, während die 30 Beschäftigen unverschuldet in eine Existenz bedrohende Lage gebracht worden sind.

Wann gehen auch die Geschäftsführer daran,

  • alle Arbeitsplätze zu retten,
  • neue Geschäftfelder aufzutun und
  • sorgfältiger mit Firmengeldern umzugehen?

(5) Kommentare

Anonymer Benutzer 18.03.2007 19:15
Wie heißt das Sanitätshaus genau und wenn ich dort arbeite, was kann ich dann tun, um meine Arbeit zu erhalten?
Anonymer Benutzer 28.06.2007 11:28
bis jetzt sind noch alle da.

In der Filiale in Idar Oberstein werden sogar neue Räume bezogen.

Hoffentlich löst sich der hier beschriebene Spuk wieder auf oder hat schon gewirkt, die Geschäftsführung zur Umkehr ihrer Eskarpaden zu bewegen?

ein Beschäftigter
Anonymer Benutzer 12.07.2007 22:57
Interessant, gibt es da noch mehr Informationen? Würde mich sehr interessieren, da ich die Fa. kenne!

MfG
Anonymer Benutzer 30.07.2007 19:04
Ach sieh mal an, vorher war Sanomed Tür an Tür mit der orthopädischen Gemeinschaftspraxis Ecker und Kollegen......

Wahrscheinlich wollen die einfach ihre Tür an Tür Geschäfte verschleiern....


MfG
Anonymer Benutzer 22.05.2008 08:06
Da redet der Mann von 30 Arbeitsplätzen. Als Befürworter der Bürgerversicherung will Valter mehrere Tausend Arbeitsplätze in der PKV und in den Arztpraxen vernichten.