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Abwarten und Tee trinken?

by Biene posted on 25.06.2006 10:32 last modified 16.08.2008 17:18 —

Es läuft nichts und trotzdem ist die Verlagerung durch die lokalen Manager im vollen Gange. Auf GBR-Ebene wird nicht verhandelt aber es wird informiert – aber eine Namensliste wird es nicht geben. Es wird durch den GBR viel gefragt, jedoch über unsere Köpfe hinweg.

Es ist schwer zu wissen, ob wir lachen oder weinen sollten. Im Gegensatz zu einigen unserer lokalen Betriebsräte gab der Gesamtbetriebsrat ein sehr schlechtes Bild ab. Uns interessiert nicht eine kurze Einführung in das Betriebsverfassungsgesetz und was da über einen „Interessenausgleich“ oder einen „Sozialplan“ steht, sondern wie wir dazu kommen können, unsere Arbeitsplätze zu behalten.

Jeder Mensch – außer diejenigen, die im GBR hocken - haben es mittlerweile mitbekommen, daß das Geld, das man bei einem Sozialplan bekommt, nichts wert ist. OK, es kann sein, daß der Eine oder Andere von uns keinen Job mehr braucht oder einen neuen in der Tasche hat. Alle andere sind auf ihren Job angewiesen. Es gibt nur 12 Monate Arbeitslosengeld und dann ist es vorbei und die Armut ist angesagt – und das Auffressen der Abfindung, falls was davon übrigbleibt.

Bei der ganzen Sache dürfen wir eines nicht vergessen: der Betriebsrat und der Gesamtbetriebsrat sind nur so stark wie die Belegschaft. Mag sein, daß die Kanzlei renommiert ist, aber auf der juristischen Ebene ist der Betriebsrat und dabei fast immer die Belegschaft Zweite. Es ist genau die Rückkopplung mit uns und unsere Teilnahme daran, was so fehlt.

Machen wir uns nichts vor, wir haben es auch in der Versammlung gehört, der GBR fühlt sich durch uns und die Webpräsenz bei Netzwerk IT unter Druck gesetzt. Das, was die uns bis jetzt zu bieten haben, ist entweder nichts oder eine fast peinliche Rechtfertigung. Und es wird munter weiter verlagert. Es ist mittlerweile klar, daß unsere lokalen Chefs ein übles Spiel mit uns treiben: Weitere Details wurden jetzt öffentlich. Der Standort Immenstaad wird Stück für Stück ausgelagert.

So wie geht’s jetzt weiter? Wenn wir nichts tun, können wir überlegen, wie weit wir zur Rente sind oder ob es irgendwo in einem Umkreis von 100 Km einen neuen Job gibt. Oder wir müssen selbst was tun. Die IG Metall hat sich auch angeboten, dem Betriebsrat zu helfen. Allerdings die Gewerkschaft ist auch nur so stark, wie wir selbst sind. So oder so müssen wir alle was tun. Ansonsten ziehen wir alle früher als uns liebe ist, die A-Karte.

Hier im Projekt hat die Diskussion angefangen. Es gibt bestimmt viel mehr Ideen, die in uns schlummern – von Öffentlichkeitsarbeit national und international bis hin zu irgendwelche Aktionen. Der Gesamtbetriebsrat und ein paar unserer Betriebsräte verstecken sich hinter ihrer „Friedenspflicht“ - wir brauchen es nicht zu tun ... wir haben wirklich nichts mehr zu verlieren.

Biene

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